Ein „enchufe“ ist ein Stecker, den man in die Steckdose stopft und dann kommen keine Mücken mehr ins Zimmer, auch nicht, wenn man Licht anhat (ist wirklich wahr). Eine „enchufe“ ist hingegen eine Steckdose. Dieses Beispiel ist nun nicht nur sehr machista, sondern bestätigt auch unseren Eindruck, dass die Spanier sich oft nur ein Wort für ziemlich unterschiedliche Gegenstände bzw. Bedeutungen gönnen (ich sage nur: quedar, quedarse, echar, llevar, poner, ponerse etc).
Wer sich für dieses Thema übrigens nicht erwärmen kann, sollte diesen Post nicht weiterlesen, es geht jetzt immer so weiter😊.
Seit über zwei Wochen drücken wir hier die Schulbank und haben einige wichtige Dinge gelernt (z.B. haben die Spanier listigerweise für unser Imperfekt zwei Zeiten. Eine davon heißt immerhin „imperfecto“, die andere aber ganz anders und zeichnet sich vornehmlich durch unregelmäßig zu bildende Formen aus, die mit dem Ursprungswort schlicht und ergreifend nichts mehr zu tun haben: 1. Person Singular von poner: puse (!) usw.).
Noch viel mehr Dinge haben wir nicht gelernt, die wir leider auch vermutlich nie lernen werden (s.o.!).
Dafür habe ich reichlich nicht sehr wichtige Dinge gelernt, die viel mehr Spaß machen als der offizielle Kram. „Ni fu ni fa“ heißt z.B. „Es geht so“ und die Vorstellung ist relativ lässig, jemandem auf die rein hypothetische Frage: „Wie war denn deine letzte Fortbildung?“ mit „Ach, ni fu ni fa“ zu antworten.Ich finde auch toll zu wissen, dass ich jetzt womöglich ein „guiri“ bin, eine Bezeichnung der Spanier für sympathische Ausländer😳! Und sofort konnte ich mir merken, dass „chata“ stupsnasig bedeutet und ein „sabiondo“ ein Besserwisser ist. Dann hat unsere Lehrerin noch behauptet, wir sollten allein deshalb nicht im Perfekt sprechen, weil es viel länger sei als andere Vergangenheitsformen und die Spanier durch das ewige Gesimse und Gechatte (chatear) kurze Formen bevorzugen würden, aber ratet mal wie „Chips“ auf Spanisch heißen: „patatas fritas de bolso“ (zu Deutsch: Pommes Frites in der Tüte) und das ist nun nicht sehr kurz.
Mein Lieblingswort in dieser Woche ist jedenfalls das Verb „whatsappear“, mehr geht einfach nicht, denn eigentlich hassen die Spanier angeblich Anglizismen und nennen „Whisky“ ernsthaft „güisqui“, weil sie kein „w“ kennen, aber in „whatsappear“ kennen sie es dann plötzlich doch.
Eine kleine Anekdote noch zum Schluss: Die absolut attraktivsten Männer des Landes arbeiten in Spanien als …- … Feuerwehrmann! Danach kommt sehr lange nichts. Und dann gibt es in jedem Ort die „Policia Local“, Die „Policia Nacional“ und die „Guardia Civil“. Unsere Lehrerin sagt, die Guardia Civil zählt nicht so richtig, weil sie zum Militär gehört, es gibt aber him-mel-wei-te Unterschiede zwischen den lokalen und den nationalen Polizeibeamten. Und da kommen wir wieder zu den Dingen, die ich mir, warum auch immer, so gut merken kann. Erstere (die Polizisten nicht die Dinge!) sind nämlich laut ihrer Aussage (also der von unserer Lehrerin) allesamt feo (hässlich), gordo (dick), con barriga (mit Bauch), viejo (alt), calvo (glatzköpfig) und bajo (klein), während letztere das krasse Gegenteil darstellen. Und das weiß in Spanien einfach jeder!
Seitdem schleiche ich durch Denia und versuche diese These zu untermauern oder zu widerlegen… Bisher ohne Erfolg, aber der Mann der Chefin der Sprachschule sieht dafür genau aus wie Antonio Banderas, nur besser.
Und nun ganz und gar zuletzt noch etwas für alle Rätselfreunde: Wer ist wohl "Jota Ere"? (Gegen ein geringes Entgelt kann man bei mir die Antwort per Email anfordern... 😀).


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen